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fischflug
Claudia Kosanke / 100 Minuten
 
Handlungsbeschreibung: Ich stehe vor einem großen Busch auf der Wiese und gebe ein Zeichen, dass das Publikum warten soll. Dann gehe ich hinter den Busch, ziehe meinen Rock und mein T-Shirt aus und komme in weißem Trägerhemd und weißer Leggins wieder vor zum Publikum. Rechts neben mir liegt eine weiße (2 m ausgerollte) Papierrolle auf dem Rasen an einer Sandsteinskulptur. Links neben mir steht ein Zinkeimer mit kleinen Steinen und weiteren weißen Papierrollen darin. Nach einem Blick ins Publikum gehe ich in die Hocke, fange langsam und bedächtig an, die Papierrolle in Wellen weiter auszurollen. Aller 1, 2 m nehme ich Steine aus dem Eimer und lege sie auf die Papierbahn, auf dem Rasen. Insgesamt rolle ich 150 m Papier aus und gehe dabei um den kleinen Teich mit dem Eimer herum.Dann gehe ich an den Anfang zur Sandsteinskulptur zurück, nehme mir ein Glas mit rotbrauner Farbe und einen Pinsel an einem langen Stiel. Nun bemale ich im Stehen die Papierbahn mit Linien, Schwüngen und Krickeln. Nachdem die gesamte Papierbahn mit der rotbraunen Farbe bemalt ist, ist die Aktion beendet und ich gehe weg.
Hintergrund: Wenn ein Kind geboren wird, ist es noch „unschuldig“ wie ein weißes Blatt Papier. Es wächst heran und wird von den Eltern auf den eigenen Weg gebracht, den es irgendwann allein geht. Der Lebensweg des Heranwachsenden bekommt Spuren durch Menschen, Begegnungen, Erlebnisse. Dieser Lebensweg verläuft nicht geradlinig, er muss sich an äußere Bedingungen anpassen. Niemand lebt für sich allein auf der Welt, ein kleines Kind nicht und ein Erwachsener auch nicht.