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das beste
Carolin Jacob / 15 Minuten
 
Handlungsbeschreibung: Die Besucher stehen zu Beginn vor einem hell beleuchteten Stehtisch im Stall, auf dem ein Brot in einem weißen Tuch liegt. Ich stelle mich an den Tisch und packe das Brot aus, wobei auch ein großes Brotmesser zu Tage kommt. Danach beginne ich Scheibenweise das Brot zu zerschneiden und danach zu würfeln. Die Arbeit wird zunehmend beschwerlicher und aus dem Schneiden wird langsam ein Hacken, sodass auch Brotstücke vom Tisch fallen. Immer mehr Wut und Zorn lege ich in die Arbeit. Irgendwann ist nur noch ein Haufen mit Brotkrumen übrig, den ich ordentlich zu einem Berg auftürme. Danach verlasse ich kurz die Szene, um eine Dose Sprühsahne zu holen. Vor dem Stehtisch mit dem Brothaufen schüttele ich die Dose, stelle sie kurz ab, um sie danach in meine Nasenlöcher zu sprühen, bis ich über und über mit Sahne bedeckt bin. Danach gehe ich und beende die Performance. Zurück bleiben das Brot und die Sprühsahne.
Hintergrund: Die Performance wirkte auf die Betrachter meist komisch. Humor war durchaus geplant bei Konzeption, jedoch nicht Hauptaspekt. Ich wollte bewusst Skurriles und Unvorhergesehenes mit meiner Persönlichkeit und einem eigenen Erlebnis verbinden. Ich neige dazu, Handlungen immer sehr korrekt auszuführen. Diesen Charakterzug wollte ich mit dem Brotschneiden darstellen und damit auch zeigen, wie störend diese Eigenschaft manchmal sein kann. Ich habe das Brot zerschnitten, bis mir die Hand weh tat. Manche Tätigkeiten führe ich im Alltag ziemlich penibel aus, ohne dass man von Außen groß Notiz davon nimmt oder diese Korrektheit wirklich wichtig wäre. Das Brotschneiden zeigt eine Alltagssituation, die immer zermürbender und sinnloser wird. Die Sahne soll der skurrile Umschwung in der Performance sein. Der Betrachter hat vielleicht erwartet, dass ich die Sahne auf den Brothaufen sprühe, als eine Art Sahnehäubchen. Die Tatsache, dass ich sie mir in die Nase gesprüht habe, hat aber auch einen persönlichen Hintergrund: Als Allergiker war ich immer schon auf Nasensprays angewiesen. Als Kind und Jugendliche habe ich sie "zu meinem Besten" bekommen, was am Ende zu einer Abhängigkeit führte. Für diese Sucht wurde ich oft belächelt. Die überschwellende Sahne steht dafür. Sahne ist eigentlich etwas Gutes und Besonderes. Mit dieser Entfremdung stelle ich auf skurrile Weise dar, dass Andere "das Beste" für einen wollen, jedoch das Gegenteil erreichen.