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KLEE

Pauline Bonikowski / 25 min

Der Austragungsort ist eine großflächige offene Wiese auf welcher sich ein aufrecht stehender Ganzkörperspiegel befindet. Vor dem Spiegel sind zwei volle Honiggläser, ein Pinsel, eine kleine Schüssel mit Reis, eine Gabel und eine Bürste platziert. Das Setting wird ergänzt durch eine ca. zweimal ein Meter große Fläche, welche gleichmäßig mit Reis übersät ist. Vor dem Reisbett befinden sich vier kleine helle Fliesen. Auf zwei dieser Fliesen liegt jeweils ein Gegenstand: ein kleiner Kuchen und mein goldenes Lippenpiercing in einer Ringschachtel.
Zu Anfang der Performance verlasse ich das Bauernhaus durch eine gewöhnliche Tür hindurch und laufe ruhig in den Mittelpunkt der Kleewiese, wo sich die oben beschriebenen Gegenstände befinden. Meine Haare sind zu einem schlichten Knoten gebunden, ich trage einen hautfarbenen Slip, ein graues schlichtes Tuch, welches locker über meine Brust fällt, und ein Fläschchen himmelblauen Nagellacks bei mir. Ich trete vor eine freie Fliese, knie mich nach unten und lackiere meine Fußnägel. Danach stelle ich den blauen Nagellack auf die Fliese und trete dem Publikum gegenüber. Ich bitte eine meiner Kommilitoninnen mir ihren Haargummi zu leihen und lege diesen auf die zweite freie Fliese. Nun sind alle vier Fließen mit einem Gegenstand besetzt und ich schreite zum Spiegel. Mit dem Rücken zum Publikum beginne ich meinen Körper nahezu komplett mit Honig einzupinseln, wobei der Kopf und Teile des Rückens frei bleiben. Die untergehende Sonne dient dabei als zusätzliches Element, welches die Atmosphäre der Performance und den Glanz des Honigs verstärkt. Bereit für die Vollendung der Verwandlung, lege ich mich in das Reisbett und rolle mich ausgiebig hin und her. Danach trete ich erneut vor den Spiegel, um noch offene Stellen mit Reis zu bedecken, öffne meine Haare, lasse sie locker über meine Schultern fallen und helfe mit der Bürste nach, um das teils klebrige Haar ein wenig in Form zu bringen. Nun trete ich vor das Publikum und spreche mit der Ringschachtel in der Hand: „Bis an mein Lebensende“. Nachdem ich den goldenen Lippenring angebracht habe, schreite ich mit Honigglas und Gabel zu dem kleinen Kuchen, lasse Honig darüber laufen und nehme ihn in die Hand. Durch das Publikum hindurch gehe ich langsamen Schrittes auf den Teich zu. In den letzten Strahlen der untergehenden Sonne genieße ich den kleinen Kuchen in Ruhe für mich selbst. Zum Abschluss der Performance begebe ich mich in den Teich, schwimme bis zur gegenüberliegenden Seite, trete aus dem Wasser und laufe zurück in das Bauernhaus, durch eine neue Tür hindurch in mein altes Leben.