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Sag wohin das Wasser geht

Anna Sonnenberg und Lilly Magdalen Goebel / 80 min

Anna Sonnenberg:
Die Performance findet an der Mauer statt. Lilli steht unten an der Mauer und ist von Kopf bis Fuß in Heilerde bedeckt. Neben ihr steht in Schulterhöhe auf zwei Metallkisten eine Glasplatte mit einer Schicht von zermahlenem Brausepulver. Ich befinde mich, komplett in schwarz gekleidet, oben auf der Mauer und fange die Performance an, in dem ich an die Mauer herantrete. Ich trage einen Ziegelstein in meinen Händen und transportiere mit meinem Mund Wasser von einer Metallwanne zu einer Rohrkonstruktion, die wir selber gebaut haben. Die Konstruktion besteht aus einer Röhre, in die ich das mitgebrachte Wasser gespuckt habe, zwei Rohren und zwei Regenrinnen, die das Wasser geleitet haben. Unter einer der Regenrinnen stand Lilli, unter der anderen das Brausepulver. Immer wieder gehe ich von rechts nach links und transportiere das Wasser Schluck für Schluck, während die Rohkonstruktion dieses auf Lilli und das Brausepulver verteilt und tropfen lässt. Als das Wasser alle ist, stelle ich mich auf die Mauer und Lilli verlässt ihre Position und geht weg.

Lilly Magdalen Goebel:
Ich stehe vor einer mannshohen Mauer. Mein Körper ist mit Schlamm beschmiert, der in der Sonne trocknet und sich aufhellt. Neben mir steht ein flacher Glasteller mit pinkem Brausepulver auf Metallkisten, die den Teller auf etwa meine Schulterhöhe bringt.
Über mir auf dem Mauerabsatz agiert meine Kommilitonin Anna. Mit dem Mund transportiert sie schluckweise Wasser von einer großen Eisenwanne in ein Rohrsystem, das jeden Schluck Wasser in zwei Rinnen verteilt. Die Rinnen ragen über den Mauervorsprung und enden je über meinem Kopf und über dem Teller mit Brausepulver.
Durch das langsame, aber stetige Tropfen von Wasser auf das Pulver schäumt dieses leicht auf und produziert Zischgeräusche, während das Wasser bei mir in Rinnsalen von meinem Kopf herunterfließt und Rinnsale bildet, die den Schlamm lösen. Mit fortschreitender Zeit überschwemmt das Wasser den Teller, fließt am Gerüst der Kisten hinab bzw. hinein und macht die Wassertropfen hörbar. Bei mir wird nach einiger Zeit Haut wieder sichtbar. Die Performance endet, wenn meine Kommilitonin alles Wasser aus der Wanne wegtransportiert hat. Dann bleibt sie stehen und ich laufe über die Wiese aus dem Sichtfeld des Beobachters.