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ohhh... listen this moment
Marie-Luise Lange [DE] / 18 min

Ereignisraum:
Vor dem Publikum sind 4 verschieden große, alte Holztische, die diagonal in den Raum gestellt sind, aufgebaut.
Auf dem ersten kleinen Tisch liegt eine Zitrone. Das sie an einen Faden angebunden ist, ist im ersten Moment nicht sichtbar.
Auf dem zweiten etwas höheren Tisch liegen zwei weiße kaeseglockenaehnliche Porzellangefaesse.
Der dritte Tisch ist in einer Hoehe von einem Zentimeter voellig mit Zucker bestreut.
Auf dem vierten, dem größten Holztisch stehen 6 grosse weiße Porzellanteller. Auf ihnen liegt mit der Oeffnung nach unten eine weiße Schuessel.

Handlung:
Weit aus dem Hintergrund kommend und erst leise hörbar laufe ich auf den Performanceraum zu. Ich ziehe einen niedrigen Wagen an einem Seil hinter mir her. An das Ende des Wagens sind 3 Gabeln gebunden, die bei jeder Berührung mit dem Boden hüpfen und leise Geräusche verursachen.
Das Publikum sieht mich zunächst noch nicht, sondern hört nur die allmaehlich lauter werdenden Geräusche. Ich laufe am Publikum vorbei auf das vorbereitete Performancefeld zu und stelle den kleinen Wagen am letzten Tisch mit den grossen Tellern ab. Dann wende ich mich dem ersten kleinen Holztisch zu. Ich stehe einige Zeit ruhig vor dem Tisch bis ich die vor mir liegende Zitrone an einem Faden auf Augenhöhe ziehe und sie in dieser Stellung einige Momente lang vor meinem Gesicht schweben lasse. Dann schaele ich die Zitrone direkt vor meinen Augen und binde sie auf dieser Höhe fest.
Danach begebe ich mich zum naechsten Tisch, auf dem sich die zwei weißen Porzellanglocken befinden. Ich oeffne die eine und beisse herzhaft in die darunter liegende große rote Zwiebel. Ich kaue den Bissen lange in meinem Mund und schlucke ihn schließlich herunter. Desgleichen passiert mit der großen weißen Zwiebel, die ich unter der zweiten Kaeseglocke hervorhole und von der ich abbeiße. Danach laufe ich zum dritten Tisch und stehe einige Zeit still vor ihm. Schließlich beuge ich mich ueber die vollends mit Zucker bedeckte Platte und ritze mit der Zunge das Wort "Voice" in die Oberflaeche.
Zum Schluss gehe ich langsam zum vierten Tisch und hebe die Schuessel von den Tellern. Darunter hervor kullern ploetzlich viele bunte Kugeln, welche über den Tisch rollen und auf den Boden fallen. Ihr Huepfen und Fallen erzeugt leise glucksende Geräusche.
Auf den Tellern bleibt nur noch eine dunkelrote Scheibe Rote Beete liegen. Sie stecke ich mir zwischen die Zähne, so dass mein Mund weit offen steht und nur noch die rote Scheibe in ihm zu sehen ist. Danach lege ich zwei, dem Publikum vorher nicht sichtbare, rote Rosen vor mich auf den Tisch. Mit einem Messer schneide ich den Rosen die Köpfe ab und binde diese an meine Stirn. Daraufhin nehme ich die 6 weissen, auf dem Tisch verbliebenen Teller, packe sie in ein Netz und binde sie am Ende des kleinen Wagens mit dem ich gekommen war fest. Wieder das lange Seil fassend, ziehe ich nun den kleinen Wagen hinter mir her und verschwinde noch einen langen Weg hinter dem Publikum und außerhalb des Raumes zuruecklegend mit den scheppernden Tellern im Dunkeln. Das erst langsam leiser werdende Geräusch ist noch lange im Performanceraum zu hören.