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Ohne Titel
Johannes Gallus [DE] / 10 min

Handlung: Ich stehe mittig im nahezu dunklen Brauereikeller. Ich trage eine Sporthose und stehe barfuß mit Blick zum Kellergang. Eine kleine, eingeschaltete Taschenlampe hängt an einem Seil von der Decke herab und endet ca. 20-30cm über meinem Kopf. Die Zuschauer versammeln sich um mich herum an der Wand des Kellers. Nach einem Moment der Ruhe beginnt die Lampe sich zu bewegen. Durch einen nicht sichtbaren Faden am Seil, welcher die Lampe hält, wird diese durch eine Hilfsperson in Bewegung gesetzt und fortlaufend in Schwingungen gehalten.
Ich beginne mit dem zuckenden Licht zu boxen. Es entwickelt sich ein Schattenboxkampf, in dem immer nur Ausschnitte meines Körpers im flackernden Licht zu sehen sind. Durch die steigende Intensität hören die Zuschauer die Anstrengungen der Bewegungen. Hin und wieder komme ich einer Seite der Betrachter näher und entferne mich wieder. Meine Bewegungen sind raumerfüllend. Die Gewalttätigkeit der Situation soll durch den beengten Raum erlebbar gemacht werden. Das flackernde Licht ist vielfach assoziierbar. Sei es als Gegner, als Richtungsweiser oder als Antriebsquelle, was jeweils im Auge des Betrachters liegt. Mit der Zeit werden die Bewegungen der Lampe ruhiger. Ich verlangsame ebenso meine Bewegungen und positioniere mich wieder mittig im Raum. Ich komme zur Ruhe und beruhige meinen Puls und Atmung. Nach einer Weile verlasse ich den Raum.