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think.
theresa bennert / 15 Minuten

handlungsbeschreibung: blick von oben hinüber zum maroden steg, über den teich hinweg - blick auf die anderen. ich stehe auf einem 1,00 m² kleinem austritt, ca. 4,00 m hoch und über der küchentür angebracht. hinter mir eine verlebte holztür – verschlossen. es gibt keinen halt, keine sicherung - nur mich. neben mir steht ein eimer gefüllt mit knallgelber wandfarbe, dahinter eine kleine glasschale – versteckt. ich bin schwarz gekleidet, mir ist schwindelig – die sonne scheint schonungslos. Ich sehe zu den anderen hinüber und ziehe mich aus, verpacke meine kleidung und nehme meine ausgangsposition wieder ein – blickkontakt. ich besinne mich, atme langsam, warte auf den moment. ich gehe in die knie, greife nach der glasschale und fülle sie halbvoll mit der zähflüssigen farbe. ich stelle mich auf und gieße das nasse gelb langsam über meinen hinterkopf. die farbe fließt geschmeidig und bahnt sich ihren weg entlang der konturen bis zum kühlen steinfußboden. anschließend halte ich inne, blicke wieder zu den anderen, wiederhole den vorgang bis beinahe mein ganzer körper mit der gelben farbe überströmt ist. Ich stehe still, spüre die kühlende wirkung, die welt um mich herum wirkt gedämpft und leiser. die anderen kommen näher, ich überlasse mich der farbe. ich halte inne - erneut, drehe mich dann um, greife nach einem pappkarton gefüllt mit neon pinken und neon grünen, losen klebezetteln. ich rutsche in der gelben lache. ich lasse erst die grünen fliegen, danach die pinken; im anschluss kippe ich den karton einfach aus – die zettel rieseln und flattern langsam zu boden. Ich lasse den karton fallen, stelle mich auf und stehe wieder; lasse nur das material weiterarbeiten. Die farbe trocknet. die anderen verschwinden langsam.