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Beyond The Sea
Ines Herrmann / 10 Minuten

Handlungsbeschreibung: Es ist ein Sommerabend aus dem Bilderbuch: windstill und sonnig, allmählich wird aus dem Tageslicht Dämmerung. Neben dem Naturtümpel auf weiße Kissen gebettet liegt eine schon von der Zeit gezeichnete Axt, die ich aufnehme. Ich lege an ihrer statt meine getönte Brille und mein Handy ab, mit welchem ich leichte, beschwingte Musik erklingen lasse.
In das Bad aus Algen und Schmutz mitsamt Kleidung hineingestiegen, wate ich bis etwa zu Mitte desselben, halte inne und warte die sich weitenden Kreise ab bis zu einem gewissen Maß an Stille an der Wasseroberfläche. Ich ziehe die bis dahin unter Wasser getragene Axt heraus und schlage wie wild auf das Gewässer ein, schlage, schlage, schlage. Die Musik höre ich längst nicht mehr, doch wer mir zusieht, erlebt beide Elemente intensiv. Das Wasser umhüllt mich, spritzt überallhin, durchnässt mich völlig, macht mir das Sehen, Riechen und Atmen schwer. Trotzdem oder deshalb schlage ich weiter darauf ein. Schweratmend unterbreche ich und starre auf das Wasser, bis es sich um mich herum abermals beruhigt und beginne erneut, auf es einzuschlagen. Noch immer erklingt die heitere Musik dazu. Noch ein letzter Schlag. Ich wende mich ab und komme schwerfälligen Schrittes, denn meine Schuhe haben sich mit dem Teichboden gefüllt, meine Sachen sind wassergetränkt und das Wasser selbst ist ein Widerstand, wieder aus dem Naturtümpel heraus. Klatschnass, die Brust erbebend vor Aufruhr. Ich setze meine Brille und nehme mein Mobiltelefon wieder auf und lege die Axt zurück an ihren Platz. Ein letzter Blick zurück auf den Teich, das Lied endet und beginnt wieder von vorn. Mein Weg führt mich weg vom Teich und unter die Dusche.